Wie im Vorfeld der AUSA Annual Meeting & Exposition 2026 bekannt wurde, hat das US-Verteidigungsministerium die Halbmaske MITR-M1 und die Schutzbrille MITR-PG1 für die US-amerikanischen Spezialkräfte beschafft. Das System soll Einsatzkräften einen flexiblen Schutz für Augen und Atemwege bieten, ohne Sichtfeld, Kommunikation und Bewegungsfreiheit unnötig einzuschränken. Avon Protection ist ein britischer Hersteller von Atemschutz- und Schutzsystemen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1885 zurückreichen. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Schutzlösungen für militärische Anwender und Einsatzkräfte. Bekannte Großaufträge wie die Beschaffung & Entwicklung der FM50 Atemschutzmaske mit dem US-amerikanischem Verteidigungsministerium trugen wesentlich dazu bei, diese Position im militärischen Bereich international auszubauen und langfristig abzusichern.

Bild oben: Die AVON FM50 Atemschutzmaske wurde mit dem US-amerikanischem Verteidigungsministerium entwickelt. Die einzigartige Filterposition ermöglicht fast alle regulären Anschlagsarten mit der Langwaffe. Bild: AVON Protection
Die neue MITR ist als Alternative zu klassischen Vollmasken konzipiert. Die Kombination aus Halbmaske, Schutzbrille und austauschbaren Filtern ermöglicht es, den Schutz an unterschiedliche Bedrohungslagen und Missionsprofile anzupassen. Gerade bei dynamischen Spezialkräfteoperationen ist das interessant, da Atemschutz, Sichtfeld und Kommunikation möglichst wenig beeinträchtigt werden sollen.
MITR-M1 und MITR-PG1: Modularer Schutz für den Einsatz
Das MITR-System besteht aus der Halbmaske MITR-M1, der belüfteten Schutzbrille MITR-PG1 sowie den Filtern MITR-PF und MITR-RF. Ergänzt wird das System durch Zubehör zur Integration in bestehende Helm- und Kommunikationssysteme.

Bild oben: Die MITR-Halbmaske kann in Kombination mit einer passenden Schutzbrille geordert werden. So entsteht ein vollumfängliches Schutzsystem, welches dem Anwender maximale Flexibilität bietet. Bild: AVON Protection
Die NIOSH-zertifizierte Halbmaske MITR-M1 bietet in Verbindung mit dem MITR-PF-Filter einen leichten und flexiblen Atemschutz für Nase und Mund. Ihr flaches, eng anliegendes und gewölbtes Profil soll sicherstellen, dass das Sichtfeld über die Waffenvisierung möglichst wenig eingeschränkt wird. Auch die Kommunikation über Sprachverstärkungs- und Sprachprojektionseinheiten soll weiterhin möglich sein.

Bild oben: Die MITR in einem Setup mit Sprechfunkanbindung, jedoch ohne Schutzbrille, vornehmlich für Spezialkräfte in dieser Kombination. Während die MITR den Anwender vor Gefahren in der Luft schützt, ist der Einzelschütze sogar mit Restlichtverstärker uneingeschränkt einsetzbar. Bild: AVON
Ein weiterer Punkt ist die Integration in die persönliche Ausrüstung: Über ein spezielles Helmhalterungsset lässt sich die Halbmaske direkt am Helm befestigen. Sie kann dadurch angelegt werden, ohne den Helm abnehmen zu müssen. Die MITR-PG1 ergänzt dann die Halbmaske um einen Augenschutz gegen Reizstoffe, wie sie beispielsweise bei Einsätzen im Zusammenhang mit Unruhen vorkommen können. Ein integriertes Belüftungssystem sorgt für eine kontinuierliche Luftzirkulation über die Seite in die Mitte und soll das Beschlagen der Gläser verhindern. Die leichte, taktisch schwarz gehaltene Schutzbrille ist für die Verwendung mit Gefechtshelmen und Nachtsichtsystemen ausgelegt.
Zwei Filter für unterschiedliche Bedrohungen
Für den Atemschutz stehen zwei Filtervarianten zur Verfügung. Der MITR-PF ist ein kompakter Partikelfilter mit flachem Profil und gefaltetem Hochleistungsfilterelement. Er dient dem Schutz vor biologischen und pharmazeutischen Gefahrstoffen in Partikelform. Der MITR-RF Compact Riot Filter kombiniert einen hocheffizienten Faltenfilter mit einer Aktivkohleschicht. Dadurch bietet er zusätzlichen Schutz gegen Dämpfe von Mitteln zur Aufruhrbekämpfung. Die Auswahl des Filters lässt sich somit an die jeweilige Bedrohungslage anpassen.

Beide Filtertypen erfüllen den NIOSH-P100-Standard und filtern laut Hersteller mehr als 99,97 Prozent der schädlichen Partikel aus der Luft. Der Standard allein bedeutet allerdings keinen pauschalen Schutz gegen sämtliche chemischen oder biologischen Gefahrstoffe. Entscheidend bleiben der geeignete Filter, die konkrete Einsatzumgebung und die korrekte Anwendung des Systems.
USA als zweite FVEY-Nation im Boot
Mit der Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums sind die Vereinigten Staaten nach Kanada die zweite Nation der Five Eyes (FVEY, Anm. d. Red.: Die FVEY ist eine aus den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland bestehende nachrichtendienstliche Allianz dient vor allem dem Austausch nachrichtendienstlicher Informationen, umfasst aber auch Kooperationen in Verteidigungsforschung und Sicherheitstechnologie.), die sich für die Halbmaske MITR-M1 entschieden hat. Kanada hatte seine Auswahl bereits im Mai 2026 bekannt gegeben.
Steve Elwell, Präsident von Avon Protection, erklärte, dass der Auftrag aus einer fast vierjährigen Zusammenarbeit mit den späteren Anwendern hervorgegangen sei. Ziel sei es gewesen, eine Lösung zu entwickeln, die den konkreten Anforderungen im Einsatz gerecht wird. Dabei geht es laut Elwell nicht allein um den unmittelbaren Schutz während einer Operation. Die Verringerung der langfristigen Belastung durch gefährliche Partikel soll auch dazu beitragen, gesundheitliche Folgen über die aktive Dienstzeit hinaus zu vermeiden. Und das ist eigentlich das wichtigste: Das unsere Einsatzkräfte gesund nach Hause zurückkehren.



