Praktisch & Taktisch

B&T rüstet das G95 A1 auf – neue Optik für Nah- und Nachtkampf

B&T rüstet das G95 A1 mit einem neuen Optik-Set auf – inklusive Lösung für den Nachtkampf.

Das G95 A1 ist inzwischen bei der Bundeswehr angekommen. Ende 2025 wurden die ersten 300 Exemplare des neuen Standardsturmgewehrs an das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach übergeben. Während das Gewehr seinen Weg in die Truppe gefunden hat, läuft es bei der Optik weniger reibungslos. Das ursprünglich vorgesehene Hauptkampfvisier wurde im Rahmen der taktischen Einsatzprüfung offenbar als „nicht geeignet“ bewertet. Festgestellte Mängel sollen nun durch die Integration einer zusätzlichen Optik behoben werden.

Rückblick: Bereits bei der Einführung des G95 sorgte die Kombination aus Optik und der bei der Bundeswehr verwendeten Nachtsichtbrille LUCIE für Diskussionen. Die Kompatibilität des ursprünglichen Aufbaus mit der vorhandenen Nachtsichttechnik stellte eine Herausforderung dar. Genau hier setzt nun unter anderem das neue Ergänzungsset von B&T Deutschland an.

Drei Komponenten für das G95 A1

Die B&T Deutschland GmbH hat gemeinsam mit der Bundeswehr und dem kanadischen Unternehmen Raytheon ELCAN Verträge zur Ausstattung des G95 A1 mit einem Optik-Ergänzungsset abgeschlossen. Das System besteht dabei aus drei aufeinander abgestimmten Komponenten:

  1. Dem Aimpoint ACRO P-2, 3,5 MOA
  2. Einer B&T Fest-Montage NAR für das Aimpoint ACRO P-2 mit 23 mm Höhe
  3. Einer B&T Schutzhülle für das Aimpoint ACRO P-2 in RAL 8000

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Bild oben: Wie immer liefert B&T ein Komplettpaket zum dahinschmelzen. Quelle: Spartanat.com / B&T AG

Die Kombination soll das G95 A1 insbesondere im Nahbereich ergänzen und gleichzeitig die Nutzung mit Nachtsichttechnik ermöglichen. Die Montage wurde für die beim Schießen auftretenden Belastungen ausgelegt. Das ACRO P-2 ermöglicht eine schnelle Zielaufnahme, während die Schutzhülle das Visier vor äußeren Einwirkungen schützt. Die drei Komponenten wurden als Gesamtsystem aufeinander abgestimmt und für die militärischen Anforderungen der Bundeswehr qualifiziert.

Zusätzliche Optik als Teil der Lösung

Interessant ist vor allem der Ansatz hinter dem System. Das G95 A1 soll mit unterschiedlichen optischen Systemen und Zubehörteilen für verschiedene Einsatzbereiche konfiguriert werden können. Das zusätzliche Reflexvisier erweitert dabei die Möglichkeiten im Nahbereich und bei der Verwendung von Nachtsichttechnik. Die Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit den Problemen rund um das ursprünglich vorgesehene Hauptkampfvisier. Nachdem dieses bei der taktischen Einsatzprüfung offenbar nicht die geforderten Anforderungen erfüllte, soll eine zusätzliche Optik nun bestimmte Fähigkeiten ergänzen beziehungsweise bestehende Einschränkungen ausgleichen.

Das hat allerdings seinen Preis. Nach Informationen aus dem Bundestag sollen die Kosten für die Beschaffung der Optiken deutlich höher ausfallen als ursprünglich geplant. 

Auch für zivile Anwender erhältlich

Das ursprünglich für die Bundeswehr entwickelte Optik-Set ist inzwischen auch für zivile Anwender über den Fachhandel erhältlich. Damit landet ein System, das unter militärischen Anforderungen entwickelt und qualifiziert wurde, auch auf dem zivilen Markt.

Für die Bundeswehr ist das Thema damit noch nicht abgeschlossen. Das G95 A1 befindet sich zwar bereits in der Truppe, bei der dazugehörigen Ausstattung wird jedoch weiter nachgebessert. Gerade anhand der Optik wird deutlich, wie hoch die Anforderungen an ein modernes Sturmgewehr auf dem Gefechtsfeld des 21. Jahrhunderts geworden sind.

 

Titelbild: BMVG