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Bundeswehr vor Mega-Beschaffung: Hexonia soll neuen Helm liefern

Hexonia soll bis zu 1,4 Millionen neue Bundeswehr-Helme liefern. Wir werfen einen Blick auf die Technik hinter dem System.

Die wohl größte Helmausschreibung Europas steht offenbar vor ihrer Entscheidung. Nach Informationen aus Branchenkreisen soll die Bundeswehr den Rahmenvertrag über bis zu 1,4 Millionen neue Gefechtshelme an die Hexonia GmbH aus Nettetal vergeben. Das Unternehmen gehört zur norwegischen NFM Group und dürfte vielen Beobachtern bereits durch den Trivium-Helm bekannt sein, der unter anderem beim KSK und im System Infanterist der Zukunft eingeführt wurde.

Konkret geht es um eine Festbestellung von knapp 700.000 Helmen. Weitere 700.000 Exemplare können später über den Rahmenvertrag abgerufen werden. Allein 2026 sollen bereits rund 120.000 Helme an die Truppe ausgeliefert werden. Die Beschaffung ist Teil des milliardenschweren FASER-Programms, mit dem die Bundeswehr ihre persönliche Ausrüstung umfassend modernisieren will.

Interessant ist dabei vor allem, was die Truppe künftig tatsächlich auf dem Kopf tragen könnte. Denn der angebotene Helm unterscheidet sich vermutlich in einigen Punkten deutlich von klassischen Gefechtshelmen.

Besonders auffällig ist das Hexonia-eigene "Edgemount-System". Während viele moderne Gefechtshelme auf massive seitliche Schienen setzen, verfolgt Hexonia einen anderen Ansatz. Statt eines fest integrierten Rail-Systems verfügt der Helm über punktuelle Befestigungsmöglichkeiten. Der Vorteil: Der Soldat montiert nur die Ausrüstung, die er tatsächlich benötigt. Wer lediglich eine Helmlampe nutzt, muss nicht das Gewicht eines vollständigen Schienensystems mitführen.

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Bild oben: Edgemount-System von Hexonia. Quelle: Hexonia

Gleichzeitig dient Edgemount nicht nur als Befestigungslösung. Das System integriert auch ein Kabelmanagement für moderne Sensorik, Kommunikationssysteme und Zubehör. Kabel und Stecker können geschützt am Helm geführt werden, ohne außen freizuliegen oder sich zu verfangen. Gerade mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung des Gefechtsfeldes ist das ein interessanter Ansatz.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Einordnung des Helms in die aktuelle Generation von Gefechtshelmen. Während Helme der dritten Generation vor allem darauf ausgelegt waren, ballistischen Schutz bei möglichst geringem Gewicht zu bieten, gehen Systeme der vierten Generation deutlich weiter. Der Helm wird zunehmend zur Trägerplattform für Sensorik, Kommunikation, Nachtsichttechnik und digitale Vernetzung. Themen wie Kabelmanagement, modulare Befestigungssysteme, Integration von Gehörschutz, Kameras oder ggf. zukünftigen Augmented-Reality-Lösungen spielen heute eine ebenso große Rolle wie die reine Schutzwirkung. Moderne Helme wie der HJELM sind deshalb nicht mehr nur Schutzmittel, sondern Bestandteil des Gesamtsystems Soldat – vergleichbar mit der Entwicklung vom einfachen Mobiltelefon zum Smartphone.

Insgesamt zeigt die Ausschreibung, wohin die Reise geht: Der Gefechtshelm entwickelt sich zunehmend von einer reinen Schutzkomponente zu einer modularen Plattform für Sensorik, Kommunikation und persönliche Ausrüstung. Sollte die Zuschlagsabsicht tatsächlich Bestand haben, dürfte die Bundeswehr in den kommenden Jahren flächendeckend einen der modernsten Gefechtshelme Europas einführen.

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